Am Morgen als ich meinen Rucksack packte, begann es zu schneien. Schwere Flocken fielen hinab und verwoben sich zu einer weißen Decke, welche die Wiese hinter dem Haus bald ganz und gar einhüllte. Seit Tagen schon ruhte über allem ein bleischweres Himmelsgrau. Es legte sich auf mein Gemüt, auf meinen Körper, der wie wund auf dem Bett lag und mit der Seele seufzte. Aber an diesem Morgen war es anders, etwas Außerordentliches begann.

Ich zog aus, die Kraniche zu suchen, die in jedem Frühjahr, in jedem Herbst auf der Wiese, auf den Maisfeldern standen, ihr „gri gro“ trompeteten und mit hellen Schwingen durch die Luft glitten. Ich wollte sie auf ihrer Route begleiten, von der spanischen Extremadura bis zum Hornborga See in Schweden.

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Seit ich in der Nähe der ehemaligen Grenze bei Zarrentin lebe, frage ich mich oft: Wie mag es denen ergangen sein, die in diesen Gegenden wohnten? Was blieb in ihren Erinnerungen lebendig? Was erzählen sie ihren Kindern und Enkeln? Oder mit Christa Wolf gefragt: Was ist mit den "unerledigten Widersprüchen und unausgetragenen Konflikten", die "dicht unter der Oberfläche" pochen? noch ist dieses Pochen spürbar und manchmal brechen die Konflikte auf und aus den Wunden quellen Angst um´s eigene Bild, Scham, schmerzend Verlust und Einsicht gleichermaßen...

Ich folgte diesem leisen Klopfen auf den alten Grenzwegen von Zarrentin über Lassahn bis nach Utecht und weiter westwärts bis nach Lübeck. Mit einigen, die in dieser Gegend schon seit Jahrzehnten zu Hause sind, bn ich ins Gespräch gekommen. Nach anderen habe ich gesucht.

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„… immer schneller und ausgelassener wurde ihr Tanz, bis Funken zwischen ihnen empor flogen und sich mit dem Leuchten der Glühwürmchen vermischten.“

Sie leben in einer anderen, für die meisten von uns unsichtbaren Welt, in Wäldern mit stillen Seen, in Mooren, Wiesen, Bergen und dem Meer. Die Menschen gaben ihnen Namen: Elfen, Kobolde, Watermöme, Nöke, Irrlichter.

Diese Geschichte lässt ihr Reich lebendig, für unser inneres Auge sichtbar werden - voller Wunder, Lust und Späße aber auch tödlichen Gefahren. Alles ist miteinander verwoben, nichts läuft wie bei den Menschen ab. „Es ist wie es ist. Es geschieht was geschieht. Es hängt von uns selbst ab. Gut ist nicht gut und böse nicht böse.“

Das erfährt auch die Schaalsee-Elfe Undine, die sich auf das Fest der Sommersonnenwende vorbereitet. In dieser Nacht soll sie in den Kreis der Jungelfen aufgenommen werden, aber zuvor hat sie viele Aufgaben zu lösen. Auf ihrer abenteuerlichen Suche nach der Urmuhme begegnet sie dem sterbenskranken Holzweiblein, dem frechen Bludnik und den Zwergen, die in gläsernen Höhlen wohnen.

Auch der Wiesenkobold Bubbatsch ist zur Sommersonnenwende auf den Elfenhügel eingeladen. Doch kann er sich nicht recht darauf freuen, denn das plötzliche Auftauchen des verletzten Kobolds Schlewitsch bringt seinen Tag gründlich durcheinander. Eigentlich findet er es gut, sich um jemanden zu kümmern, wenn Schlewitsch nur nicht so unverschämt viel essen würde.

Ob auf ihren Wegen oder in ihren Träumen, immer wieder berühren sich die Geschichten um Undine und Bubbatsch, bis sich die beiden schließlich auf dem Fest aufeinander treffen.

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Ihre letzte große Liebe war die Selva Lacandona. 1943, als Gertrud Duby-Blom zum ersten Mal die üppigen Wälder im Süden des mexikanischen Chiapas‘ durchstreifte, fand sie eine neue Liebe, einen neuen Sinn für ihr Leben. Vier Monate verbrachte Gertrud Duby-Blom in der Selva. Monate, die ihr Leben völlig veränderten. Gertrude Lörtscher, zu Beginn dieses Jahrhunderts, 1901 in einem Schweizer Pfarrhaus geboren, war immer dort zu finden, wo gegen Ungerechtigkeiten gestritten wurde - in verschiedenen Ländern und Parteien. 1933 geht sie als politisch Verfolgte ins Exil und landet schließlich in Mexiko.

Es ist die abenteuerliche und tragische Geschichte einer außergewöhnlichen Frau, die 92jährig am Ende unseres Jahrhunderts und ihres langen Weges angekommen, müde sagt: “Von uns werden nur Coca-Cola-Flaschen hinterbleiben.”

Erzähltes, Tagebuchaufzeichnungen, Foto-grafien, Ausschnitte aus Artikeln und Dokumenten bilden eine Art Collage, die ihre persönliche Widersprüchlichkeit und Tragik deutlich werden lassen. Bestimmt wird das Bild von ihrem Kampf um eine humane Welt, von ihrer Suche nach Anerkennung und Liebe, von Momenten des Glücks aber auch vom Leid und von ihrer Einsamkeit.

“Trudi,” so sagen Freunde von ihr, “war ein großes lebendiges Alphatier. Sie war eine Königin ohne Königreich, aufrichtige, uneigennützige Kameradin, eine Tyrannin, ein feuerspeiender Vulkan und sich nach Zärtlichkeit verzehrendes Weib, ein Mythos schon zu Lebzeiten. Ihr Herz war gut.”

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